Wenn man in den letzten Jahren von Hybridfahrzeugen gesprochen hat, dann war in erster Linie die Rede von den Modellen der japanischen Autobauer, wie Toyota, die nach wie vor mit dem Prius den meistverkauften Hybriden stellen oder Honda, die mit dem Insight Hybrid das derzeit günstigste Hybridfahrzeug auf dem deutschen Markt haben. Nach dem die deutschen Autobauer begriffen haben, dass der amerikanische Markt nicht mehr mit Dieselfahrzeugen zu erobern ist, setzen diese nun ebenfalls zunehmend auf das Hybridkonzept.
Im Spätsommer dieses Jahres wird Mercedes als erster deutscher Autobauer einen Hybrid mit Dieselaggregat auf den Markt bringen. Die Rede ist vom E 300 Bluetec Hybrid. Aber was steckt denn nun wirklich dahinter?
Das sowohl als Limousine als auch als Kombi erhältliche Fahrzeug ist für einen Preis ab 51.750 Euro zu haben. Das erste Highlight, wenn man so will, gibt es bereits beim Starten. Vorausgesetzt, dass man den E 300 Bluetec Hybrid mit sanftem Gasfuß in Bewegung setzt, wird man erst einmal nichts davon mitbekommen – zumindest nicht akustisch. Denn die ersten Meter, eine zurückhaltende Anfahrweise vorausgesetzt der Hybrid rein elektrisch zurück. Insgesamt scheint es so, als wollte Mercedes einmal alles ausreizen, was die Autoingeneure in punkto Energieeffizienz in petto haben. Und so wurde der Elektromotor des E 300 Bluetec Hybrid mit dem 2,2-Liter-Vierzylinder, dem derzeit effizientesten Verbrennungsmotor aus dem Hause Mercedes, kombiniert. Der Dieselmotor leistet 204 PS. Hinzukommen die 27 PS des Elektromotors. Durch diese Kombination ist es dem schwäbischen Autobauer möglich, den Verbrauch um 0,7 Liter pro 100 Kilometer zu senken. Laut Mercedes liegt dieser nun bei 4,2 Liter, was den E 300 Bluetec Hybrid damit zur sparsamsten Limousine macht.
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Doch wie so oft schwanken Herstellerangaben mit der Praxis. Erste Fahrtests zeigen bei unaufgeregter Fahrweise einen Verbrauch um die fünf Liter an, beim zügigen Fahren nähert man sich auch schnell der sechs-Liter-Grenze. Bedenkt man indes Größe und Ausstattung des E 300 Bluetec Hybrid, sind diese Verbrauchswerte durchaus beachtlich. Aber wie groß ist der Beitrag der Hybridtechnologie denn daran überhaupt? Im Vergleich zum Dieselmodell E 250 CDI steht der Hybrid dank der beiden Motoren zwar mit einem besseren Drehmoment da, doch dafür wiegt der Wagen auch etwa 100 Kilogramm mehr. Was Beschleunigung (7,5 Sekunden) sowie Höchstgeschwindigkeit (242 km/h) betrifft, nehmen sich die beiden Varianten nichts. Bleiben die Einsparungen an der Tankstelle. Rein finanziell betrachtet verrechnen diese sich im besten Fall mit dem höheren Anschaffungspreis von circa 3.500 Euro. Bleibt also zum einen ein ideeller Wert, der den Fahrer des E 300 Bluetec Hybrid glauben lassen kann, etwas für die Umwelt zu tun. Zum anderen ist da die theoretische Möglichkeit, dies mit der richtigen Fahrweise auch tatsächlich zu tun.
Mit dem E 300 Bluetec Hybrid wird auf jeden Fall die Hybridfamilie um ein Mitglied reicher, denn schließlich kann ja nicht jeder klimabewusste Autofahrer einen Honda Insight fahren.
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